Die erste Vollversammlung der Helferinnen und Helfer

Wie kann ich helfen?  - Das war die erste Frage, die damals auf der öffentlichen Informationsveranstaltung gestellt wurde. Am 22. September trafen sich nun in der Aula des Gymnasiums Meiendorf alle, die aktiv in der ZEA Bargkoppelstieg helfen möchten.

Text: Silke Plagge

Etwa 250 Menschen waren zu dem Abend gekommen, den die Koordinationsgruppe vorbereitet hatte. Wolfgang Lünenbürger-Reidenbach moderierte den Abend und stellte kurz vor, was jetzt das Ziel für ehrenamtliche Arbeit ist: Hilfe, die hilft.

Was wird gebraucht? Was können Ehrenamtliche leisten und wo finde ich überhaupt Informationen und Ansprechpartner? Und wo kann ich mich, meine Ideen und mein Wissen einbringen?

Informationen auf verschiedenen Wegen

Die Website Meiendorf-hilft, die öffentlichen Facebook-Gruppe "Meiendorf hilft", sowie der Twitteraccount @Meiendorfhilft sind für Information und Austausch gedacht. Gerade Facebook macht es möglich, Aktionen kurzfristig und schnell zu planen. Die Website bietet schon jetzt ein paar Informationen und wird noch ergänzt. Interessierte können sich in die Datenbank eintragen und so auch per Mail kontaktiert werden.

Ortwin Schuchardt bietet für Interessierte eine offene Sprechstunde in den Räumen des BIM in der Saseler Straße und die Möglichkeit der telefonische Nachfrage zu festen Zeiten.

Als Koordinator und Ansprechpartner für den Betreiber f&w und die verschiedenen Arbeitsgruppen steht u.a. der Meiendorfer Diakon Manfred Ehm zur Verfügung. In der Rogatekirche wird er auch ein Angebot für Ehrenamtliche zum Sprechen und Austauschen schaffen.

Arbeitsgruppen finden sich

Bei der Ankunft in der Aula waren einige irritiert: keine Stühle?  Das lag daran, dass die Koordinierungsgruppe von MEIENDORF HILFT sich eine Art Open Space ausgedacht hatte, um mit den Menschen aus dem Stadtteil schnell ins Arbeiten zu kommen. Dafür waren Stellwände aufgebaut. Hier konnte jeder sich informieren, welche Arbeitsgruppen zunächst angedacht sind, sich bei Interesse in Listen eintragen und schon erste Ideen sammeln. Und wer andere, eigene Ideen hatte, bildete eine neue Arbeitsgruppe - beispielsweise zur Idee, eine Karte von Meiendorf anzufertigen, mit der sich die neuen Bewohnerinnen und Bewohner des Bargkoppelstieg zurecht finden können. Jede Arbeitsgruppe - so gab der Moderator ein Ziel des Abends vor - sollte zwei Ansprechpartnerinnen oder Ansprechpartner finden. Die aller Arbeitsgruppen werden sich nächste Woche treffen.

Und so begann nach einem kurzen Auftakt im Plenum ein lebhafter Austausch. Ein paar Ansagen (zu Spenden, Versicherungen, Kommunikationswegen), eine Erklärung, wie es gehen soll, dass sich die 250 Menschen selbst und selbstständig organisieren - und los ging es. Die Helferinnen und Helfer stellten die Stühle wieder weg, die sie sich vorher doch genommen hatten, und verteilten sich auf die Stellwände, einige wanderten zwischen ihnen hin und her. Der Eindruck war überwältigend: über alle Generationen von 15 bis 85 Jahren waren die Helferinnen und Helfer mit Engagement und Eifer dabei. Die Gruppen sind selbstverständlich noch am Entstehen, noch nicht fertig - aber sprechen sich nun ab, wie konkrete Vorschläge umgesetzt werden können.

Überblick über die Arbeitsgruppen

Am Abend bildeten sich die ersten Arbeitsgruppen. Alle fanden Menschen, die für die Koordinierungsgruppe und für die Einrichtung im Bargkoppelstieg ansprechbar sind, wenn Hilfe der Gruppe gebraucht wird. Und einige der Arbeitsgruppen sind sofort und noch am gleichen Abend in die konkrete Umsetzung gegangen und haben für sich eine Struktur geschaffen, wie sie helfen können.

  • AG Kleiderkammer – für den Aufbau und die Betreuung einer Kleiderkammer. Es waren Gäste der Kleiderkammer Messehallen da. Die erfahrenen Helferinnen und Helfer der Messehallen werden beim Aufbau der lokalen Kleiderkammer Meiendorf helfen. Spenden können im Moment vor Ort noch nicht angenommen werden.
  • AG Nähstube, Hobbies – gemeinsam Handarbeiten, sich Austauschen, Ideen für Begegnungen.
  • AG Medizin – hier engagiert sich medizinisches Fachpersonal, das vor Ort unterstützen kann, so kann u.a. eine Hebammensprechstunde eingerichtet und andere Hilfe koordiniert werden.
  • AG Kinder – Spielangebote und Aktivitäten für Kinder oder die Einrichtung eines Spielzimmers sind Vorhaben, die besprochen wurden.
  • AG Spenden sammeln – welche Firmen, Organisationen oder Menschen können mit Sach- und Geldspenden helfen? Die Gruppe wird Partner suchen und Ansprechpartner für Kooperationen sein.
  • AG Dienstleistung – hier engagieren sich alle, die ihre Erfahrung als Handwerker oder Dienstleister zur Verfügung stellen können.
  • AG Freizeit & Sport  - Sportangebote, Ortserkundung im Stadtteil und gemeinsam Aktivitäten stehen hier im Mittelpunkt.
  • AG Begleitung von/nach – kurzfristige Menschen zu Arztterminen oder Untersuchungen begleiten, die Aktiven hier können dabei helfen.
  • AG Dolmetscher/Sprachen – wer kann mit welcher Sprache aushelfen? Können Informationen übersetzt werden, wie kann Hilfe aussehen?
  • AG Sprachunterricht – erste Schritte in die neue Sprache.

Hier auf der Website wird sich jede Arbeitsgruppe noch vorstellen und ihren eigenen Bereich bekommen. Daran arbeitet das Onlineteam gerade.

Voller Mut und Tatendrang

Am Ende des Abends, gegen 21.30 Uhr - also nach insgesamt nur 90 Minuten - waren die meisten Helferinnen und Helfer fast schon überrascht, wie viel sie geschafft hatten. Eine Aufbruchstimmung war bei vielen zu spüren, voller Elan und mit jeder Menge neuen Ideen machten sie sich auf den Weg nach Hause und in den Stadtteil. Und wussten: sie waren nicht allein. 249 andere dachten wie sie - wir können etwas tun, wenn wir uns zusammentun. Dieser Abend hat Mut gemacht.

Danke.

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Kommentare: 1
  • #1

    Bärbel Frank (Donnerstag, 24 September 2015 17:21)

    Großes Lob! War alles perfekt organisiert. Freue mich mitzuhelfen.