Es geht los.

Was wohl die ersten Eindrücke von Meiendorf sein werden? Heute kommen die ersten Flüchtlinge am Bargkoppelstieg an. Zwei Tage vorher wurden auf der Stadtteilkonferenz Planungen besprochen. Dass die neue Einrichtung im September kommen sollte, war bekannt. Das es nun so schnell gehen musste, hat viele überrascht.

Text: Silke Plagge. Fotos: unter einer cc-by-4.0-Lizenz von Richard Gutjahr. Quelle: welcome to Munich

 Am 11. September bereitete das Team von fördern & wohnen gemeinsam mit Helfern vom THW und der Bundeswehr alles für die Neuankömmlinge vor. Betten wurden aufgestellt, behelfsmäßige Sanitäranlagen (Dixie-Toiletten, Container mit Duschen) kommen.

Hier in den ehemaligen Gebäuden der Firma Globetrotter werden nun zunächst rund 1000 Menschen untergebracht. Viele von ihnen kommen direkt aus Ungarn, haben eine lange, beschwerliche Reise hinter sich.


Der Bargkoppelstieg ist eine Zentrale Erstaufnahme. Wie bisher in der Harburger Poststraße werden hier die Ankommenden direkt aufgenommen, registriert und willkommen geheißen. 

Ein Sanitätsteam ist vor Ort und auch Dolmetscher. Die meisten Menschen haben nur die Kleidung dabei, die sie anhaben, die sie oft auch schon wochenlang getragen haben. Sie sollen erst einmal versorgt werden, eine erste Ausstattung bekommen. Und zur Ruhe kommen. Sie sind in Sicherheit. Sie dürfen sich ausruhen. Sicher werden aber die Formalitäten der Anmeldung und auch die medizinische Erstuntersuchung mit Aufregung verbunden sein.

 

Geplant ist nur ein kurzer Aufenthalt in der Zentralen Erstaufnahme, viele werden weiter reisen zu anderen Einrichtungen, teilweise auch in andere Bundesländer. Einige Flüchtlinge möchten vielleicht auch ihre Reise fortsetzen und gar nicht in Deutschland bleiben.

 

Es kann auch sein, dass diese eigentlich nur kurze Station für einige doch länger sein wird. Schulpflichtige Kinder werden dann in der Erstaufnahme unterrichtet, auch für die Jüngeren gibt es eine Betreuung. Die Erwachsenen können dann Deutschkurse besuchen und würden sich sicher auch über ehrenamtlich organisierte Gruppen freuen. Aber an diesem Wochenende steigen die ersten erst einmal aus Bussen, die sie vom Bahnhof hier her gebracht haben.


Für alle ist die Situation ein Ausnahmezustand. Die Hauptamtlichen müssen erst einmal das Notwendigste organisieren. Die Ankommenden sind erschöpft und wissen nicht, wie es für sie weiter geht. Wir vor Ort möchten gern helfen. Aber noch ist es auch hier Geduld wichtig. Denn wie genau können wir entlasten? Was täte den Menschen, die dort nun wohnen, und denen, die dort arbeiten, gut?

 

Auf der Stadtteilkonferenz wurde besprochen, wie wichtig es ist, dass die Hilfe gebündelt wird. Ein kleines Team hat sich gefunden, das das Engagement koordinieren möchte. Hier auf der Seite gibt es die Möglichkeit, sich in ein Kontaktdokument einzutragen. Wir sind in Kontakt mit den Mitarbeiterinnen vor Ort.

 

Sicher wird Hilfe nötig sein und sie ist auch gewünscht. Doch nun müssen sie erst einmal ankommen – die Mitarbeiter und vor allem die Flüchtlinge.

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