Einsatz: Gymnasium Meiendorf

520 Erstausstattungen. 17 Schülerinnen und Schüler aus Klasse 11, ihre Lehrerin und die Leiterin der Kochmütter. Ein erster erfolgreicher Freiwilligendienst im Bargkoppelstieg.

Text: Wolfgang Lünenbürger-Reidenbach, Fotos: Gruppenbild von Ben Hartmann, Hilfekette von Arnd Boekhoff

Die Freiwilligen von den Messehallen nannten es "Mobile Messehallen 1.0" - und waren gestern Nachmittag, als sie wieder zurück zu ihrem Hauptquartier fuhren, glücklich. Denn sie konnten uns hier draußen am Stadtrand helfen, auf die Schnelle alle neuen Meiendorferinnen und Meiendorfer, die nach wochenlanger Flucht im Bargkoppelstieg untergekommen sind, mit einem ersten Set an Kleidung und Hygieneartikeln zu versorgen. Dafür ein dickes Dankeschön!

Und wie auf dem Foto zu sehen, hatten sie tatkräftige Unterstützung von jungen Leuten von hier. 17 Schülerinnen und Schüler vom Gymnasium Meiendorf nutzten einen Tag der Projektwoche, um mit ihrer Lehrerin Kathrin Stoffregen, die sich in der Koordinierungsgruppe für die Flüchtlingshilfe in Meiendorf engagiert und auch schon viel Erfahrung in der Kleiderkammer an den Messehallen gesammelt hat, aktiv zu werden. Die jungen Erwachsenen sind im Profil "Social Studies" (so etwas wie Politikunterricht auf Englisch), das Kathrin Stoffregen leitet. Dass einige von ihnen Farsi sprechen, hat doppelt geholfen, da sie neben der Kleidungsausgabe auch beim Übersetzen einspringen konnten.

Und nicht nur die Schülerinnen und Schüler sind spontan in den Bargkoppelstieg gekommen, als am Morgen endlich klar war, dass aus den Messehallen die schon fertig gepackten Bündel mit der Erstausstattung kommen, auch die Leiterin der in Meiendorf ja sehr berühmten "Kochmütter", Christine Schröder, hat sofort alles stehen und liegen gelassen, um die Helferinnen und Helfer mit Getränken und Snacks zu versorgen. Gegen Mittag kamen dann aus dem Kreis derer, die über unsere Facebook-Gruppe Hilfe angeboten haben, noch einige weitere Nachbarinnen und Nachbarn dazu, um die Jugendlichen abzulösen.

Und so konnten in einem Rutsch alle Bewohnerinnen und Bewohner, die vor Ort waren und noch kein Paket bekommen hatten, versorgt werden. Unseren Helferinnen und Helfern kam dabei zu Gute, dass die Freiwilligen der Messehallen schon so viel Erfahrung haben. Sei es mit der Menschenkette, sei es, um alles in Ruhe und nacheinander auszugeben. Zumal sie an alles gedacht hatten - von Scheren über Werkzeug bis hin zu Desinfektionsmitteln und Handschuhen. 

 

Hiervon können wir lernen, wenn wir es in Zukunft selbst in die Hand nehmen müssen. Und einige sind nun angelernt...

Kommentare: 3 (Diskussion geschlossen)
  • #1

    Michael (Mittwoch, 16 September 2015 11:33)

    Glückwunsch zu der gelungenen Aktion! Bestimmt kommen einige, die nun geholfen haben, auch wieder – so kann langfristig Verständnis und Hilfsbereitschaft entstehen. Alles Gute dafür!

  • #2

    Reinhard (Donnerstag, 17 September 2015 08:07)

    Super Leistung von Allen und macht weiter so.Lehrer u.Schüler als gutes Beispiel.

  • #3

    Angelika (Donnerstag, 17 September 2015 15:58)

    Und da soll einer noch mal sagen, dass sich die Jugendlichen nur für sich interessieren.
    Es ist ja nicht das erste Mail, dass sich die Meiendorfer Jugend engagiert - siehe z. B. das Gelbe Dorf.
    Ein großes Lob an die Schüler und Schülerinnen und ihre Lehrkraft!