Kinder und Frauen zuerst  – Bericht über die Premieren der Kleiderausgaben

Kinder und Frauen zuerst – daran hat sich die Gruppe Kleiderbügel gehalten und in den letzten Wochen alle Kinder und Frauen in der ZEA Bargkoppelstieg mit angemessener warmer Kleidung und Schuhen ausgestattet.

Die allererste Kleiderausgabenpremiere gab es Mitte Oktober

 

Am Donnerstag, den 15. 10. wurden Kartons, Kisten und Paletten voller Kinderkleidung aus den Messehallen angeliefert, am Freitag wurde dann schon frühmorgens die Ausgabe vorbereitet. Im vorderen Bereich einer Halle waren sechs Ausgabetische nebeneinander aufgestellt. Dahinter lagerte die Kleidung. Die Kinder und ihre Eltern warteten aufgeregt. Dann ging es rund und jedes Kind bekam ein  „Starter-Set“. 

 Was genau ist das eigentlich?  Viele Hamburgerinnen und Hamburger haben Kleidung gespendet und zu den Messehallen gebracht. Dort wurden die Spenden nach einem System sortiert und zu solchen „Starter-Sets“ zusammengestellt. In einem Kinder-Set ist ein Grundausstattung: Unterwäsche, Socken, T-shirt, Hose, Strumpfhose, Pullover, Schal, Mütze und Handschuhe. Zusätzlich bekommen alle Kinder eine warme Jacke und ein Paar passende feste Schuhe. Dazu mussten die Füße der Kinder mit Schablonen vermessen werden, die richtige Kleidergröße gefunden werden. Die Eltern kamen mit ihren Kleinen an die Ausgabetische und erhielten dann die passenden Sets –  die Schuhe mussten gleich anprobiert werden. Dabei ging es ziemlich laut und lebhaft rund.

 

Mit fast 30 Helferinnen und Helfern, mit Übersetzern für Farsi, Arabisch und Albanisch, mit Sicherheitspersonal und der Unterstützung von „fördern & wohnen“ gelang es uns über 200 Kinder mit eben jenen Starter-Sets, mit Jacke und Schuhen auszustatten.

 

In der zweiten Ausgabe wurden die Damen bedacht

 

Nur wenige Tage später trafen wir uns, um die Bestände zu sichten und die Ausgabe für die Frauen vorzubereiten. Auch die Frauen bekamen ein Starter-Set (mit BH, Slips, Socken, T-Shirt, Langarmshirt, Jogginghose und Pullover, Schal, Mütze, Handschuhe, auf Wunsch Kopftuch), eine warme Jacke und Winterschuhe. Nachdem wir gesichtet, sortiert und geräumt hatten, konnten wir zum Glück erneut bei den Messehallen bestellen was uns noch fehlte – quasi wie im Katalog, die sind einfach top organisiert!

 

Und wieder galt es erneut einen vollgepackten LKW auszuräumen, Starter-Sets zu packen, Schuhe zu sortieren und Jacken aufzuhängen… Noch besser vorbereitet als bei der Vorpremiere mit den Kindern  starteten wir den Sonntag mit erneut über 30 Helferinnen und Helfern, mit wieder sehr stresserprobten Übersetzern und dem Sicherheitspersonal – das Wochenendteam von „f&w“ übernahm den Einlass für die wartenden Frauen. Die warteten in einer langen Schlange und gingen dann zu den sechs Ausgabetischen. Das geübte Team konnte Füße schon bei den Wartenden vermessen, an der Ausgabe war so die Schuhgröße gleich klar. Kleidung in S, M oder L? Auch Umstandsmode wurde benötigt.  

 

Gemeinsam mussten Helferinnen und Helfer und die Frauen auch lachen. Einfach für Freude, weil die neue Kleidung so viel fröhlich machte oder etwa, wenn eine Mütze aus einem Kinder-Set sich verirrt hatte oder  Jacken doch zu lang waren. Gerade die warmen Sachen waren offensichtlich sehr ersehnt wurden.

 

Fazit: über 180 Frauen und spontan auch erneut über 30 Kinder haben nun also warme und angemessene Kleidung für unser Hamburger Schmuddelwetter. 

 

Und, in Ergänzung zu Wolfgang Lünenbürgers Artikel ich kann sagen, dass es tatsächlich Spaß macht, auch am Sonntag zu arbeiten. Denn ich habe mit vielen Frauen und Männern gearbeitet ...

… die ich sonst nie kennengelernt hätte, 

… die sich auch gerne mal selbst eine Aufgabe suchen, 

… die auch vor „doofen“ Arbeiten nicht zurückschrecken (Anja und das WC!), 

… die spontan Kuchen mitbringen

… die gute Ideen einbringen

 

Diese Menschen, die wie wir alle von „Meiendorf hilft“, sehen die  Geflüchteten im Vordergrund. Deren Lage möchten wir ein Stück weit verbessern. Dass wir das schaffen, konnten wir sehen:  In den fröhlichen Kindergesichtern,  den erleichterten Augen der Frauen. Und auch hören: im Lachen der Kinder und dem Wort Danke, das in vielen Sprachen immer wieder fiel!

 

Jetzt steht die nächste Aufgabe an: die Ausstattung der Männer! Dafür wurde bei den Premieren schon kräftig geübt. Jetzt brauchen wir noch viele Spenden in der neuen Kleiderkammer am Spitzbergenweg! Warme Herrengarderobe wird dringend gesucht. Damit auch die Männer es bald endlich warm haben.

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